Wurger van de Linkeroever
20.V.2017
25.II.2018
Proof of Life
Lebenszeichen
curated by Didier Casimiro

„Proof of Life“ vereinigt über 80 Gemälde, Skulpturen und Fotoarbeiten, die auf sinnliche und zugleich sinnstiftende Weise existentiellen Fragestellungen nachgehen. Allen ausgestellten Werken gemeinsam ist neben ihrer überzeugenden, sich nicht nur an das Auge des Betrachters wendenden Form auch eine ihnen innewohnende erzählerische Kraft, die die Besucher von Anfang an zu fesseln vermag. Das was sie zeigen, knüpft an eine zum Teil weit zurückreichende Tradition wirkmächtiger Bilder an. Sie zitieren, verführen, irritieren, provozieren und thematisieren zugleich moralische Wertvorstellungen. Dazu gehört die Aufforderung, das Gesehene nicht nur historisch zu verorten, sondern auch ganz konkret auf die Gegenwart zu beziehen.

Gavin Turk, Death of Marat, 1998, Privatsammlung

Gavin Turk, Death of Marat, 1998, Privatsammlung

Ein zentrales Werk dieser Ausstellung ist der als lebensgroße veristische Vollplastik von Gavin Turk re-inszenierte „Tod des Marat“ (nach J.L. David), welcher sich sowohl dem Thema der Aufklärung, der Idee der Freiheit, als auch der Frage nach der Rolle des Künstlers widmet. Auch der in mehreren Werken auftauchende Topos des Turmbaus zu Babel, z.B. bei Jake & Dinos Chapman und Wolfe von Lenkievicz, lässt sich weniger als Bildzitat, sondern tatsächlich als Gegenwartskritik verstehen. Last but not least seien die markanten Skulpturen von John Isaacs erwähnt, darunter eine 1:1 Adaption und Überformung der berühmten Pieta von Michelangelo aus Carrara Marmor. In der Tat greifen die Künstlerinnen und Künstler immer wieder auf kulturgeschichtliche Zusammenhänge zurück, setzen Kunstgeschichte auf intelligente, bislang noch nicht gesehene Weise fort, ohne jemals mechanisch, oder affirmativ zu zitieren.

Die Ausstellung argumentiert auf eine spezifische, direkt aus dem Bild heraus entwickelte Weise, bei der die Wirkmacht der Bilder tiefere Erkenntnisse keineswegs ausschließt, sondern fördert. Sie enthält somit Fragestellungen auch zur ganz aktuellen Debatte um die Bedeutung der Bilder, mit denen es sich gerade im Reformationsjahr 2017 zu beschäftigen lohnt.

Die Werke stammen aus einer in dieser Form noch nicht öffentlich gezeigten Privatsammlung. Bremens Sammlermuseum für Gegenwartskunst wird mit dieser Ausstellung seinem Auftrag gerecht, ungewöhnliche Sammlungen internationaler Kunst, die mit ihnen verbundenen Konzepte, Profile und Besonderheiten in sorgfältig kuratierten Ausstellungen vorzustellen und damit einen Einblick in die Gegenwart durch Kunst zu ermöglichen.

Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung

Louise Bourgeois, Berlinde de Bruyckere, Patrick van Caeckenbergh, Jake & Dinos Chapman, Anton Corbijn, Thierry de Cordier, Danny Devos, Tracey Emin, Tom Friedmann, Line Gulsett, Damien Hirst, John Isaacs, Sergej Jensen, Anne-Mie van Kerckhoven, Anselm Kiefer, Wolfe von Lenkiewicz, Esther Kläs, Alistair Mackie, Christian Marclay, Kate MccGwire, Richard Prince, Leopold Rabus, Daniel Richter, Terry Rodgers, Andres Serrano, Mircea Suciu, Gavin Turk, Jonathan Wateridge u.a



Saturday 20th of May 2017 -> Sunday 25th of February 2018 in Weserburg, Teerhof 20, Bremen, .



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Included works: Norman Bates Loves the Arts,

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